Grand Prix of Liberation Pilsen (Tschechien)
Viele Erfahrungen, vom Schiessstand bis zum Reifenwechsel
Vom 30.04. bis 03.05. reiste ich nach Tschechien an den Grand Prix of Liberation in Pilsen. Nebst vielen wertvollen Erfahrungen bezüglich Wettkämpfen, mentalen Aspekten und anderem im Schiessstand, mussten wir am Schluss auch noch einen Reifenwechsel am Ersatzrad vornehmen, man lernt immer wieder was Neues 🙂
25m Wettkampf
Nach der langen Anreise mit Stau am Donnerstag stand am Freitag das PET (Pre Event Training) 25m auf dem Programm. Bereits dort konnte ich für mich einige wichtige Punkte lernen und mitnehmen, welche ich in Zukunft gerne vertiefen werde.
Samstag Morgen startete dann der 25m Wettkampf Sportpistole mit dem Präzisionsteil. Hier hatte ich einige sehr gute Teile und konnte in der meisten Zeit gut arbeiten. Am Anfang war ich noch etwas zu angespannt und in der Mitte hatte ich diverse Schwierigkeiten, was am Schluss dann zu 282 Punkten reichte.
Da eine Mitstreiterin einen Waffendefekt hatte, musste sie nach deren Reparatur am Schluss noch 5 von 6 Serien nachschiessen. Dies bedeutete für alle anderen, dass wir warten mussten mit Einpacken. Dadurch verringerte sich die Vorbereitungszeit zwischen Präzisionsteil und Schnellfeuerteil von 45min auf 10min, was das Ganze etwas stressig machte, jedoch für alle gleich war.
Im Schnellfeuerteil stand ich mir dann mit einer unbegründeten Angst selber im Weg; ich hatte immer wieder Panik, dass ich zu spät bin und den Schuss nach den erlaubten 3sec abgebe. Auch wenn ich rational wusste, dass ich gut in der Zeit liege, konnte ich dies emotional in dem Moment nicht ablegen. Dies führte dazu, dass ich immer wieder Schüsse hastig und ungenau abgab. Am Schluss wäre ich dann besser reingekommen, aber leider war da der Wettkampf schon wieder vorbei… Es ergab sich ein Resultat von 276 Punkten.
Insgesamt hatte ich somit 558 Punkte, was für Platz 26 von 38 reichte.
Mit dem Resultat bin ich zwar nicht zufrieden, jedoch weiss ich einige Punkte, an welchen ich gut weiterarbeiten kann, was mich positiv für die Zukunft stimmt.
10m Wettkampf
Gleich am Samstag Nachmittag folgte dann das PET für den Luftpistolenwettkampf über 10m. Nachdem es im 25m Stand sehr kalt war, herrschte hier im 10m Stand eine ziemliche Hitze.
Der Wettkampfmorgen am Sonntag startete bei mir dann mit starker Übelkeit, was ich leider öfters mal kenne, nicht nur im Zusammenhang mit einem Wettkampf, sondern auch an normalen Tagen.
Auch wenn sich diese Übelkeit erst in der Wettkampfmitte legte, kämpfte ich mich regelrecht durch das Programm. Anfangs war wieder viel Anspannung da, danach folgten immer sehr gute Phasen mit vielen 10 nacheinander, jedoch auch immer wieder schlechte Phasen mit Ausreissern, welche viele Punkte kosteten. Gegen Ende gelang es mir besser, das Ganze laufen zu lassen, jedoch war dann auch hier der Wettkampf bereits vorbei.
Daraus resultierten 553 Punkte, was für Platz 30 von 43 reichte.
Mein Ziel ist es, in nächster Zeit meine Muster besser auszuarbeiten und für immer Wiederkehrendes sinnvolle Strategien zu entwickeln. Ich denke auch mental konnte ich einiges lernen von diesen Wettkämpfen, was mich sicher weiterbringen wird.
Anekdoten rund um die Wettkämpfe herum
Auch neben dem Schiessen durfte ich einiges erleben, wodurch Erinnerungen kreiert werden und auch dies denke ich ist sehr wertvoll und dafür bin ich dankbar.
Die Anreise war langwierig, aufgrund von vielen Unfällen in Deutschland gab es dicken Stau und unsere Ankunft verschob sich immer weiter nach hinten. Ich war zusammen unterwegs mit Nathalie aus dem Swissshooting Team und wir durften mit Daniela Maurer und Helen Wyss anreisen, da sich die beiden so wie Simon Maurer selber auch für den Wettkampf angemeldet haben. Hier nochmals Danke an Daniela, die die ganze Anfahrt durchgefahren ist!
Wenn sich eine Reise zieht, braucht es Unterhaltung. Dank Helen kenne ich jetzt Podcasts wie zum Beispiel „Schreckmümpfeli“ oder „100sec Wissen“ und wir konnten uns auf der Fahrt gleich noch etwas weiterbilden 🙂
Ich bin generell keine Person, die einen ganzen Tag einfach still sitzen kann. Also weg vom Hotel und etwas Bewegung, dabei traff ich die Polizei-Nationalmannschaft, welche ebenfalls für den Wettkampf vor Ort war. Immer wieder lustig.
Den freien Freitagmorgen nutzte ich um eine kurze Stadtbesichtigung zu machen. Ich schaute mir das Stadion an, den Hauptplatz mit der grossen Kirche und lief durch die grosse Ausstellung im Rahmen des Liberation Day, was in Pilsen eine riesige Sache ist.
Auch Karten schrieb ich fleissig, jedoch fand ich nirgends richtige Marken, wie wir es in der Schweiz kennen, was ich sehr schade fand, denn so wurden es am Ende Stempel.
Ich durfte einige interessante Gespräche führen, über das Schiessen, über Technik, über mentale Skills und vieles mehr. Hier ein grosses Dankeschön an alle, welches ein offenes Ohr und gute Ideen für mich hatten!
Vom Swissshooting Team mit dabei waren auch noch Cédric, Adrian und Janis mit der Pistole, welche aber bereits am Freitag schon wieder abreisten, da sie ihre Wettkämpfe bereits fertig hatten bevor wir anfingen. Die Gewehrschützinnen Muriel und Martina bildeten dann mit mir und Nathalie noch ein Frauen-Team bis zum Schluss. Hier ganz herzliche Gratulation an Muriel die Silber und Bronze und Martina, die Gold mit nach Hause nahm!
Am Freitagabend schauten wir noch eine Flugshow und ein Orchester im Rahmen des Liberation Days, die Parade am Sonntag liess ich dann sein, da ich nicht mehr so viel Energie hatte.
Dann folgte zum Schluss noch die ereignisreiche Rückfahrt; es war geplant, dass Simon Maurer mit uns am Sonntag nach Hause fährt, da Daniela bereits am Samstag wieder abreiste. Simon hat normalerweise einen Kleinbus und daher war klar, dass wir mit 5 Personen und 5 mal grossem Gepäck (Kleider, Schiessausrüstung, Pistole…) in diesem Auto Platz hätten. Jedoch wollte das Auto bei der Anreise 50km vor Pilsen nicht mehr mitmachen und Simon hatte eine Panne. Er wurde dann abgeschleppt, jedoch war nie klar, ob das Auto bis am Sonntag wieder repariert wird. Nach langem hin und her kam der Entscheid zusammen mit der Versicherung, dass Simons Auto durch einen Abschleppdienst der Schweiz abgeholt und ein Ersatzauto zu uns gebracht wird.
Soweit so gut. Jedoch wollte der Abschleppdienst plötzlich nicht mehr ein gleich grosses Auto, sondern ein viel kleineres Auto bringen. Wir überlegten lange hin und her, bei wem könnte jemand mitfahren, bei wem könnten wir etwas Gepäck mitgeben… bis dann bei einem erneuten Anruf festgelegt wurde, dass wir doch ein vergleichbar grosses Ersatzauto erhalten werden zum Glück.
Frohen Mutes starteten wir somit unsere Rückreise mit super viel Beinfreiheit am Sonntag in Richtung Schweiz. Jedoch kam bereits kurz vor der Tschechischen Grenze die erste Meldung vom Auto „Reifendruckkontrolle“. Über die erste Grenze, dann weg von der Autobahn, nach einer kurzen ersten Kontrolle war aber noch nichts wirklich auffällig. Überland fanden wir dann eine Tankstelle und nach der Kontrolle merkten wir schnell, dass ein Reifen deutlich weniger Druck drin hatte. Da dies ein Ersatzauto war, wussten wir natürlich nicht, ob das schon länger so war oder erst jetzt auftrat. Einmal auffüllen und weiter geht’s – dachten wir. Kaum wieder auf der Autobahn kam sofort erneut die Warnung. Bei der nächsten Möglichkeit kontrollierten wir erneut und mussten feststellen, dass das Ventil eines Reifens defekt war.
Somit war klar; dieser Reifen musste gewechselt werden. Jetzt legten wir gutes Team-Work an den Tag, alle packten mit an, suchten Anleitungen, räumten das Auto aus und ein oder machten Fotos. Ruck zuck war der Reifen gewechselt und nach einer weiteren Druckkontrolle legten wir die Reise fort. Kaum wieder auf der Autobahn kam schon die nächste Warnung „Reifendrucksensor Kontrolle“. Wieder von der Autobahn weg, erneute Kontrolle vom Luftdruck, alles i.O., das Ersatzrad hatte wohl einfach keinen Reifendrucksensor.
Später machten wir nochmals eine Kontrolle, auch ob wir das Rad wirklich gut befestigt hatten und verpassten vor lauter Gedanken um das Rad eine Abzweigung, was zu einem kleinen Umweg führte. An der Schweizer Grenze mussten wir dann das Auto noch verzollen, da es beim Hochfahren nach Tschechien ebenfalls verzollt wurde. Durch einige Bauarbeiten gerieten wir dann sogar abends um 11 Uhr noch in den Stau und insgesamt verzögerte sich somit unsere Heimreise um ungefähr 2,5 bis 3 Stunden. Aber auch hier ein grosses Merci an Simon, der uns alle heile zurück in die Schweiz gebracht hatte trotz den ganzen Umständen!
Die Reiserei konnten wir also voll ausschöpfen 🙂
Auf jeden Fall habe ich in diesen 4 Tagen viel erlebt, viel gelernt und kann einiges mitnehmen. Daher bin ich froh, dass ich dabei war und freue mich auf weitere tolle Wettkämpfe und Erlebnisse.




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