Zwei Podestplätze und wertvolle Erfahrungen
Erfahrungen sammeln auf internationalem Parkett
Damit ich mich weiterentwickeln kann, auf diversen Ebenen wie technisch, physisch und auch mental, ist es wichtig, möglichst viele verschiedene Erfahrungen machen zu können. Daher habe ich mich gemeinsam mit Nathalie (wir trainieren zusammen am RLZ) für den ISAS Dortmund angemeldet. Nur mit solchen Wettkämpfen kann man wirklich auch die Learnings machen, die man braucht.
Dass dann sogar zwei Podestplätze drinlagen für mich, hat mich natürlich riesig gefreut 🙂
Intensiver Zeitplan
Insgesamt waren wir 6 Tage unterwegs, darin enthalten waren für mich 5 Wettkämpfe und 3 Trainings in 3 verschiedenen Disziplinen. Ich konnte mich in jedem der 5 Wettkämpfe für den Final qualifizieren. Insgesamt habe ich rund 770 Schuss geschossen.
Geplant waren im Voraus 2 Wettkämpfe mit der Luftpistole 10m und 2 Wettkämpfe mit der Sportpistole 25m, die olympischen Disziplinen für mich. In beiden Disziplinen schaffte ich es am Schluss einmal auf das Podest.
Zusätzlich habe ich mich spontan entschieden, am 6. Tag noch den Standard Wettbewerb mitzumachen, da ich sowieso an diesem Tag noch da war und es gleich als Trainingsmöglichkeit wahrnahm. Dieser Wettkampf ist nicht olympisch und open class, das heisst zusammen mit den Männern in einer Kategorie. Ich konnte anfangs sehr gut mithalten, beim schnellsten Teil dieses Programms (5 Schüsse in 10sec) merkte man dann aber gut, dass ich das nie trainiere. Trotzdem bin ich mit Schlussrang 6 dort zufrieden.
Insgesamt war es schon eine intensive Zeit, aber ich fand es einen sehr coolen Wettkampf und ich würde sicher wieder gehen.
Bronze bei der Luftpistole und ein Missgeschick mit Folgen
Die beiden Luftpistolenwettkämpfe waren gleich am Anfang. Unser Hauptfokus lag aber klar auf den Sportpistolenwettkämpfen, da nun die 25m Saison so richtig los geht und wir uns damit auf die kommenden Wettkämpfe vorbereiten wollten.
Beim ersten Luftpistolenwettkampf auf 10m war ich nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung. Ich hatte zu viele Fehler in der Qualifikation und daher schauten lediglich 553 Punkte raus. Dies reichte für Platz 5 und somit den Einzug ins Finale. Dort passierte mir leider ein grosses Missgeschick; kurz vor dem Finale liess ich meine Schiessbrille fallen. Sie sah zwar auf den ersten Blick nicht beschädigt aus, aber irgendetwas war völlig verschoben. Während dem Finale versuchte ich ständig, sie wieder zu richten, musste mich aber natürlich an die Kommandos halten und trotzdem schiessen, was dazu führte, dass ich einige schlechte Schüsse dabei hatte. Am Schluss reichte es ebenfalls für Platz 5.
Am gleichen Abend versuchte ich die Brille wieder zu richten und dachte, dass ich es hingekriegt habe. Leider musste ich am nächsten Tag beim zweiten Wettkampf feststellen, dass dem leider nicht so war. Ich hatte so was wie eine optische Täuschung, konnte aber nicht eruieren, woher diese kam. Die ersten beiden Passen verhaute ich daher so richtig schlimm mit 89 und 87. Danach entschied ich mich, das Glas aus der Brille rauszunehmen. Somit konnte ich immer noch einen Farbfilter oder eine Blende einsetzen, da die Scheiben verhältnismässig sehr hell waren. Daraufhin verbesserte sich meine Trefferlage und ich konnte wieder etwas Punkte gut machen mit den folgenden Passen (93, 94, 93, 95) was mir zumindest das Gefühl gab, dass ich doch noch ein bisschen was treffen könnte.
Im Finale hatte ich zuerst etwas Startschwierigkeiten, danach aber relativ solide Schüsse. Die vielen 9.9 zählen ja zum Glück im Finale auch deutlich mehr als in der Qualifikation (in der Quali zählen nur ganze Ringe, im Finale dann Dezimalwerte). Am Schluss reichte es dann sogar für den Sprung aufs Podest und ich durfte die Bronzemedaille entgegennehmen 🙂
Silbermedaille mit der Sportpistole
Es folgten die beiden Sportpistolenwettkämpfe. Hier merkte ich gut, dass ich noch Unsicherheiten hatte, es war schliesslich der erste Wettkampf in dieser Disziplin seit der Schweizermeisterschaft im September letzten Jahres. Anhand meiner Trainingsresultate wusste ich, dass ich ohne Probleme auch über 570 Punkte erreichen kann, aber Training ist halt nicht Wettkampf.
Gestartet habe ich souverän mit einem guten Präzisionsteil (285p) im ersten Wettkampf. Im Schnellfeuerteil (264p) wollte aber irgendwie gar nichts laufen, am Schluss kam ich doch noch auf eine 95 Passe, aber der Anfang war zu schlecht. Das Endresultat belief sich daher nur auf 549Punkte. Weit weg von dem, was ich eigentlich zeigen wollte. Auf Rang 4 nahm ich Einzug ins Finale. Dort schiesst man ebenfalls im Schnellfeuermodus. Ich hatte deutlich schönere Schussgarben, aber viele Schüsse, welche knapp nicht reichten für einen Treffer. Denn im Finale zählen nur Schüsse als Treffer, welche höher als eine 10.2 sind, alles andere ist kein Treffer. Nach 16 Treffern in 8 Serien schied ich als 4. Platzierte aus dem Finale aus. Mir wurde dann gesagt, dass wahrscheinlich jeder eine gewisse Anzahl an 4. Plätzen verbuchen muss, und somit kann ich ja schon mal einen davon abstreichen 😉 Herzliche Gratulation hier an Nathalie, welche die Silbermedaille in die Schweiz holen konnte!
Der zweite Wettkampf war leider im Präzisionsteil etwas harziger, keine schlimmen Fehler, aber schlichtweg zu wenige 10er (277p). Dafür hatte ich ein deutlich besseres Gefühl im Schnellfeuerteil (283p). Dies war auch mein Ziel an diesem Tag; mehr Sicherheit im Schnellfeuer gewinnen. Leider war die letzte Serie etwas unglücklich, sonst wären bestimmt noch 3-5 Punkte mehr drin. Insgesamt ergab das ein Quali-Resultat von 560 Punkten und reichte ebenfalls für den 4. Rang und somit Einzug ins Finale. Dort hatte ich regelmässige Treffer und am Schluss beendete ich den Wettkampf mit 22 Treffern nach 10 Serien auf dem 2. Rang und durfte mir somit die Silbermedaille umhängen lassen.
Fazit
Die Wettkämpfe haben Spass gemacht und ich habe mich sehr über die zwei Medaillen gefreut. Aber auch ohne Medaillen würde ich definitiv nochmals teilnehmen, denn ich konnte viele wichtige und wertvolle Erfahrungen sammeln, welche mir gut weiterhelfen werden. Es ist halt einfach etwas anderes als wenn ich an einem Shooting Master zum Beispiel teilnehme und ich denke, dass ich da so viel lernen konnte.
Ich freue mich jetzt auf die kommenden 25m Wettkämpfe 🙂





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