2. März 2026

Bronze an der Schweizermeisterschaft 10m

Resultate, Erfolge

SM – immer etwas Spezielles

Andere Faktoren, andere Erwartungen

Am 27.2. stand die Schweizermeisterschaft über 10m mit der Luftpistole in Wankdorf, Bern auf dem Programm.

Schweizermeisterschaften sind immer sehr spezielle Wettkämpfe finde ich. Es ist nicht vergleichbar mit Shooting Mastern. Das Feld ist grösser, die Umgebung ganz anders – es hat viel mehr Zuschauer, sowohl vor Ort als auch online zu Hause. Die Stimmung ist anders, und wenn man einem Leistungszentrum angehört sind die Erwartungen auch viel höher. Gefühlt ruhen alle Blicke auf dir und genau an diesem Tag möchte man gerne sein volles Potential abrufen und zeigen, was man drauf hat.

Man spürt, dass heute ein besonderer Wettkampf ansteht, auch wenn man selber weiss, dass es genau gleich ist wie alle anderen Wettkämpfe auch. Aber eben doch nicht ganz.

Als Juniorin hatte ich mehr solcher Wettkämpfe, immer wieder wurde man diesen Faktoren ausgesetzt und es war relativ gewohnt. Und jetzt – auch wenn ich eigentlich ja noch viel mehr Erfahrung habe als dazumal, ist es für mich trotzdem fast schwieriger, vor allem im Final, die Nerven zu behalten. Aber auch hier denke ich, werde ich in Zukunft immer besser werden, vor allem, wenn ich jetzt immer mehr internationale Wettkämpfe bestreite.

Nervensache

Die erste Hälfte der Qualifikation gelang mir sehr gut, ich konnte einen guten Rhythmus abrufen, schaffte es, ruhig zu bleiben und konzentrierte mich auf meinen Ablauf. Hier hatte ich bereits ein viel besseres Gefühl als in der Qualifikation vom letzten Jahr.

In der zweiten Hälfte liess ich mich dann zu sehr von Umweltfaktoren ablenken, war nicht mehr ganz bei mir und liess dadurch einige Punkte liegen. Am Schluss waren es 554p und Rang 3 nach der Qualifikation.

Vor dem Finale waren für mich zwei Dinge klar: ich wollte Spass haben und auf keinen Fall das Durcheinander vom letzten Jahr reproduzieren. Ich würde sagen, beides gelang mir 🙂

Der Puls stieg, und zwar genau in dem Moment, als der erste Wettkampf Schuss erfolgte. Als ich im Nachhinein schaute, wie sich mein Puls verhielt, ist das schon eindrücklich: Während den Probeschüssen war er noch bei 120 und dann schlagartig innerhalb von wenigen Sekunden bei 170. Dies merkte ich nicht nur psychisch, sondern auch physisch: Mein Bein fing an zu zittern und dadurch natürlich auch mein ganzer Körper, mein Arm und die Pistole. Zudem hörte ich meinen Puls im Ohr und spürte ihn am Hals.

Für den ersten Schuss brauchte ich 5 Anläufe. Es resultierte dann aber sogar eine 10.8. Aber die vielen Anläufe brachten mich etwas in Zeitnot: man hat 4min 10sec Zeit um 5 Schüsse abzugeben, den letzten Schuss gab ich bei 4min 5sec. Der Moderator sagte bereits die letzten 10sec an und wenn ich den Schuss nicht abgegeben hätte, wäre es als eine 0 gewertet worden. Glücklicherweise und ich weiss auch nicht genau wie ich das gemacht habe, schaffte ich es auch hier noch eine 10 zu schiessen.

Ein Podestplatz, der sich sehr gut anfühlt

Mit Fortschreiten des Finals wurde ich immer wie ruhiger und konnte ihn immer mehr geniessen. Ich war relativ früh auf dem 3. Rang und konnte diesen auch bis zum Schluss verteidigen. Ich hatte keine grösseren Fehler mehr, jedoch fehlten mir die richtig guten Treffer, um weiter nach vorne zu kommen.

Wenn ich die Bronzemedaille aber anschaue, freue ich mich sehr darüber, fast mehr als letztes Mal über die Silbermedaille… Wahrscheinlich, weil rings herum letztes Mal alles nicht so schön war. Das war dieses Mal alles deutlich besser und ich freue mich bereits, nächstes Jahr wieder anzutreten.

Zudem habe ich im Schnitt sogar einen besseren Final geschossen als letztes Jahr, das trägt sicher auch noch viel zum guten Gefühl bei.

 

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